Produktion liegt nach drei Quartalen um 2% niedriger als im Vorjahr

Die Produktion der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe in Deutschland hat das Vorjahresniveau im September um 0,7 Prozent übertroffen. Das dritte Quartal war dadurch um 0,2% besser als das Vergleichsquartal 2024. Über die ersten neun Monate ergibt sich ein Rückgang um 2,0%. Die Auftragseingänge liegen im Jahresverlauf um 2,9% und im dritten Quartal um 4,1% über dem Vorjahresniveau. Diese positiven konjunkturellen Signale stehen am Ende einer ungewöhnlich langen Zeitreihe negativer Veränderungsraten. Die Produktion liegt 20% unter dem zuvor erreichten Höchststand im Jahr 2018 (Vergleich der Zeiträume Jan.-Sept.). Mit Ausnahme des Corona-Folgejahres 2021 geht es seither abwärts. Auch 2025 wird mit einem Produktionsminus enden, das vierte Jahr in Folge. Dieser lange Zeitraum signalisiert deutlich, dass strukturelle Veränderungen erfolgen, die konjunkturelle Entwicklung wird dadurch überlagert. Die Betriebe passen ihre Belegschaften an den Strukturwandel an, 2,6% der Arbeitsplätze sind innerhalb eines Jahres verloren gegangen, seit 2019 mehr als 11%, das entspricht über 42.500 Beschäftigten.

Der Blick in die Zukunft hat sich seit dem Regierungswechsel aufgehellt, dennoch verharrt das Geschäftsklima der Branche auch im Oktober im rezessiven Bereich. Zwar werden die Zukunftsaussichten um 3,4 Saldenpunkte besser eingeschätzt als im Vormonat, die Lagebeurteilung fällt dagegen um ebenfalls 3,4 Punkte schlechter aus. Lediglich 11,4% der Befragten beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 41% sehen ihr Unternehmen in unruhigen Gewässern. Den industriepolitischen Kompass bleibt die Bundesregierung ebenso schuldig wie die dringend notwendigen Reformen der Sozialversicherungen. Stattdessen verhaken sich die Koalitionspartner in semantischen Scharmützeln. 

Download Konjunkturbericht (PDF)