Produktion sinkt um 1,0% - 2025 ist das 4. Rezessionsjahr in Folge
Die Produktion der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe in Deutschland ist im Jahr 2025 vorläufigen Daten zufolge um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Nach vier aufeinanderfolgenden Rezessionsjahren liegt das Produktionsniveau 2,1% niedriger als im „Corona-Jahr“ 2020. Gegenüber den Vorkrisenjahren beträgt der Abstand 14,6% (2019) bzw. 19% (2018). Im zweiten Halbjahr 2025 konnte die Branche jedoch ein Produktionsplus verzeichnen. Im Schlussquartal lag die Produktion 2,1% höher als im Vorjahr. Auch die Nachfrage ist in den letzten Monaten gestiegen, allerdings noch nicht in allen Bereichen. Die Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass im Jahr 2026 wieder ein moderates Produktionswachstum von 1 bis 2% erzielt werden könnte. Nach der langen Durststrecke wäre das jedoch eher ein Basiseffekt als eine Trendwende. Die Betriebe reagieren auf das strukturell reduzierte Niveau, indem sie personelle Kapazitäten im Inland abbauen und Investitionen ins Ausland verlagern, sofern sie diese Option als Mittelständler haben.
Trotz der zuletzt positiven konjunkturellen Signale beginnen die Unternehmer das Jahr 2026 in Moll-Stimmung. Beide Komponenten des Geschäftsklimas gehen im Januar 2026 im Gleichtakt zurück – Lageeinschätzung -3,0 Saldenpunkte, Geschäftserwartungen -3,4. Die negativen Schwingungen dürften mindestens teilweise auf die Nachrichtenlage im Januar zurückzuführen sein, insbesondere die territoriale Anmaßung des US-Präsidenten mit Zolldrohungen gegen einzelne Länder, darunter Deutschland, hat Verunsicherung ausgelöst. Der Rückgang der Kapazitätsauslastung von 74,0 im Oktober auf 72,4 im Januar ist ein Indiz, dass der Aufschwung noch nicht in den Betrieben angekommen ist. Die politischen Rahmenbedingungen müssen sehr schnell auf die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Industrieunternehmen fokussiert werden, damit sich das zaghafte konjunkturelle Erwachen zu einem Aufschwung entwickeln kann.