Produktion im Auftaktquartal 5,5 Prozent über Vorjahr

Das Jahr 2021 hat mit dem Schwung aus dem Schlussquartal des Vorjahres mit positiven Wachstumsraten begonnen. Im ersten Quartal stieg die Produktion um 5,5% über das Vorjahresniveau. Allerdings war der März 2020 bereits teilweise von der Pandemie beeinflusst, das belegt die hohe Wachstumsrate von 12,6% im Monatsvergleich. In den nächsten Monaten wird dieser Basiseffekt weiterhin hohe Veränderungsraten verursachen, daher bietet ein Vergleich zum jeweiligen Vorquartal eine wichtige zusätzliche Orientierung. Im ersten Quartal 2021 wurde die Produktion des Vorquartals um 9,2% übertroffen. Damit hat sich der Wachstumstrend der letzten Monate stabilisiert.

Mit plus 20,5% entwickelte sich die Exportnachfrage im ersten Quartal besonders dynamisch, das könnte jedoch teilweise darauf zurückzuführen sein, dass sich der Exportmarkt China im Vorjahreszeitraum bereits mitten in der Pandemie befunden hatte. Die inländische Nachfrage legte Anfang 2021 um 14,8% zu. Insgesamt führt dies zu einem Auftragseingangszuwachs um 16,8%.

Trotz des positiven konjunkturellen Trends könnte sich die Stimmung der Branche in den nächsten Wochen drehen. Im Vormonat hatte sich bereits angedeutet, dass die Stahl und Metall verarbeitende Industrie in Deutschland vorsichtiger in die Zukunft blickt. Im Mai haben die Geschäftserwartungen dann mit einem Rückgang um 10,1 Saldenpunkte einen deutlichen Dämpfer erhalten. Nach revidierten Daten gab es im April ebenfalls einen moderaten Rückgang um 0,9 Punkte. Die anhaltenden Herausforderungen in den Lieferketten, die inzwischen zu erheblichen Versorgungsstörungen der Betriebe führen, trüben den Ausblick. Dem kann sich auch das Aggregat des Verarbeitenden Gewerbes nicht mehr entziehen.

Dagegen ist die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage erneut – und damit im 12. Monat in Folge – gestiegen. Allerdings kann das Plus um 6,8 Saldenpunkte die Eintrübung des Geschäftsklimas als Saldo nicht verhindern. Die zunehmenden Herausforderungen in den Lieferketten und damit verbundene Kostensteigerungen stellen einerseits den weiteren Aufschwung in Frage und zudem jedenfalls den betriebswirtschaftlichen Erfolg der Erholung.

Zu den aktuellen Turbulenzen treten die strukturellen Herausforderungen der nächsten Jahre hinzu. Eine jüngst veröffentlichte Studie des ifo-Instituts hat ermittelt, dass in der Automobilindustrie in Deutschland 182.000 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2030 durch den Wandel zur Elektromobilität bedroht sind. Hinzu kommen knapp 107.000 Beschäftigte in den Zulieferbereichen. Die Autoren der Untersuchung erwarten, dass die Automobilhersteller vermehrt Produktionsschritte insourcen werden, um das Beschäftigungsniveau zu halten – dies würde die Wertschöpfungsstrukturen der automobilen Lieferkette nachhaltig verändern – zu Lasten der Zulieferer.

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