Auftaktquartal 2018 mit +5,5% weiterhin erfreulich

Nach einem erfolgreichen Jahr 2017, das nach korrigierten Daten des Statistischen Bundesamtes mit einem Produktionszuwachs von 6 Prozent abgeschlossen werden konnte, hat auch das Jahr 2018 für die Stahl und Metall verarbeitenden Unternehmen mit einem Plus von 5,5% im ersten Quartal erfreulich begonnen.

Der stärkere Wachstumsbeitrag stammt dabei weiterhin vom inländischen Absatz (+5,8%), wohingegen die Exporte mit 3,5% moderater zulegen. Allerdings sind dabei die indirekten Exporte der Kundenindustrien nicht berücksichtigt, die erheblich ins Gewicht fallen. So ist die Inlandsproduktion der deutschen Fahrzeughersteller zwar um 3% (Januar bis April) rückläufig, die Produktion an ausländischen Standorten wächst dagegen um 3%, im Vorjahr lag das Wachstum sogar bei +7%. Durch Belieferung der TIER-1-Zulieferer wie Getriebe- und Motorenbauer sowie andere System- und Komponentenhersteller profitieren die Automobilzulieferer der Branche von dieser Entwicklung im Ausland. Der Maschinenbau wird dagegen sowohl vom indirekten als auch vom direkten Export getrieben, der im letzten Jahr um 7% gestiegen ist. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben bereits im letzten Jahr die Trendwende geschafft und auch im ersten Quartal 2018 sind sie mit +4,1% stärker gewachsen als die inländischen Bestellungen der Kunden der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe. Die Produktion dürfte daher auch im Jahr 2018 nochmals um 4% expandieren. 

Die Stimmung in der Branche ist angesichts der aktuellen Umsatz- und Nachfrageentwicklung sehr gut. Die Einschätzung der Geschäftslage stabilisiert sich auf einem Rekordniveau um 60 Saldenpunkte. Dagegen sind die Unternehmer hinsichtlich der nächsten 6 Monate zunehmend skeptisch oder zumindest vorsichtig. Zuletzt ging eine knappe Mehrheit davon aus, dass sich die Geschäfte nicht weiter verbessern werden.

Ein Grund für den erneut vorsichtigeren Blick in die Zukunft dürfte die Bedrohung des freien Welthandels durch die angekündigten einseitigen Importzölle der USA auf Stahl und Aluminium sein, die sich in einen Handelskonflikt auszuwachsen drohen. Die EU hat bereits eine Untersuchung eingeleitet, um ihren Stahlmarkt gegen möglicherweise umgelenkte Importströme zu schützen. Das könnte sich massiv nachteilig für die Verarbeitungsindustrien auswirken.  

Die Vorsicht der Unternehmer könnte zu einer Zurückhaltung bei anstehenden Investitionen führen. Zwar ist die Auslastung der Produktionskapazitäten im April 2018 auf über 87% angestiegen, dennoch investiert man derzeit eher in Personal als in Maschinen und Anlagen, um langfristige Kapitalbindungen angesichts der Erfahrungen aus der letzten Krise zu vermeiden. Die Beschäftigtenzahl liegt nach 3 Monaten um 3,8% über der im März 2017, das entspricht rund 13.600 Arbeitsplätzen alleine bei den Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern. 

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