Pressemitteilung Geschäftsklima April 2020

Stimmung in der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie im April schlechter als in der Finanzkrise 2008/2009. Erwartungen noch schlechter als aktuelle Lage.

Wie zu erwarten war, schlagen die pandemiebedingten Einschränkungen des gesellschaftlichen und geschäftlichen Lebens im April voll auf das Geschäftsklima der Stahl- und Metallverarbeitung durch. Der Lageindikator stürzt um 39,2 Saldenpunkte auf -44,6 ab und die Einschätzungen für die nächsten 6 Monate fallen um 21,3 Punkte auf -57,2. Das Geschäftsklima rutscht dementsprechend um 29,7 Punkte auf -51 ab. Damit liegt das Geschäftsklima bereits unter dem niedrigsten Wert der Finanzkrise, den es mit -50 im März 2009 erreichte. Damals hatte der Indikator Zukunftserwartungen allerdings bereits den Wendepunkt hinter sich, während die Geschäftslage in den Folgemonaten noch weiter abrutschte.
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„Dass der Erwartungsindikator für das nächste Halbjahr so pessimistisch ausfällt, deutet auf eine längere Schwächeperiode der Branche hin,“ so Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des WSM Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung und weiter „dann müssten die Hilfsmaßnahmen möglicherweise deutlich in das nächste Jahr hinein verlängert werden. Sollte die Konjunktur tatsächlich nicht in Schwung kommen, müsste zudem konkreter als bis-her über Stimulationen nachgedacht werden, die jedoch in der Breite eine Wirkung entfalten müssten. Anreize zum Kauf klimafreundlicher Produkte könnten dazu geeignet sein. Nur einzelne Nischenprodukte wie die E-Mobilität zu fördern, würde deutlich zu kurz greifen.“
Ansprechpartner: Holger Ade, +49 2331 9588 21, hade@wsm-net.de
Hagen/Düsseldorf, den 28.4.2020.
Über den WSM:
Die Stahl und Metall verarbeitende Industrie in Deutschland, das sind: rund 5.000 vorwiegend familiengeführte Betriebe, die mit über 400.000 Beschäftigten über 80 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften. Die Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 100 Mitarbeiter und sind mit Abstand die wichtigsten Kunden der Stahlerzeuger.
Die Branche zeichnet sich durch hohe Spezialisierung und Wettbewerbsintensität aus. Die Unternehmen fertigen für die internationalen Märkte der Automobil-, Elektro- und Bauindustrie, den Maschinenbau und den Handel.
Der WSM ist Dachverband für 14 Fachverbände. Zusammen bündeln sie die Interessen einer der größten mittelständischen Branchen in Deutschland und sind Sprachrohr für deren wirtschaftspolitische Vertretung auf Länder-, Bundes- und Europäischer Ebene. Sie suchen den Ausgleich mit marktmächtigen Abnehmern und Lieferanten aus Industrie und Handel. Und sie fordern bessere Rahmenbedingungen für Wachstum, Dynamik und Wettbewerb – ob bei Steuern, Abgaben, Recht, Forschung, Umwelt, Energie oder Technik.
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