WSM Presseinformation

Der WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. spricht sich für einen freien und fairen Welthandel und gegen die Einfuhrzölle der USA für Produkte der Stahlverarbeitung aus. Eine Eskalation ist dringend zu vermeiden. Die Reaktionen der EU müssen angemessen sein und die Interessen aller Industrien berücksichtigen.

Die Unternehmen der Stahl und Aluminium verarbeitenden Industrien sind von den US-Einfuhrzöllen betroffen. „Reaktionen der EU, die zu einer Eskalation der Situation und weiteren Handelsbarrieren führen, würden einen noch viel größeren Schaden anrichten. Die EU sollte gelassen bleiben.“ so WSM Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. 

Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. spricht sich für einen freien und fairen Welthandel ohne Protektionismus und staatliche Einflussnahme aus. Handelsbarrieren in marktwirtschaftlich organisierten Märkten schaden langfristig den Verbrauchern, indem sie den Wettbewerb um das beste Produkt ausschalten und somit Innovationen behindern  und Waren verteuern. Nicht oder nicht mehr wettbewerbsfähige Industrien werden daher durch Handelsbarrieren auf Dauer nicht geschützt und auch nicht erhalten, ein nachhaltiger Beschäftigungsaufbau wird nicht bewirkt. 

Der WSM verurteilt die geplanten Einfuhrzölle der USA auf Produkte der Stahl und Aluminium erzeugenden und verarbeitenden Industrien. 

Der WSM – wie auch die amerikanische Organisation der Stahlverarbeiter – kann nicht erkennen, dass durch die geplanten Importzölle die amerikanische Stahlindustrie tatsächlich nachhaltig gestärkt würde oder wächst.Die Importzölle werden ihr erklärtes Ziel nicht erreichen.  Im Gegenteil ist zu erwarten, dass durch ein steigendes Preis- und gleichzeitig sinkendes Innovations- und Qualitätsniveau die Wettbewerbsfähigkeit der nachgelagerten Industrien beschädigt und dort ein Vielfaches der Arbeitsplätze bedroht wäre. In Deutschland zählen die unmittelbar betroffenen Industriezweige etwa 175.000 Arbeitsplätze, allein in der direkt nachgelagerten Verarbeitungsstufe sind es dagegen 660.000 und darüber hinaus im Maschinen- und Fahrzeugbau Millionen von Arbeitsplätzen, die durch einen Handelskrieg bedroht wären.

Der WSM lehnt die Verhängung von Importbeschränkungen der EU gegen US-Produkte und andere Retorsionsmaßnahmen als Reaktion prinzipiell ab. Wenn sich die EU dazu gleichwohl entschließt, muss eine Eskalation unbedingt vermieden werden. Durch weitere Handelsbarrieren entstehen nur noch größere Schäden für Europa und die USA.

Handelskonflikte gehören in ein geordnetes rechtsstaatliches Verfahren vor die WTO. Wir brauchen funktionstüchtige völkerrechtliche Institutionen, die Handelskonflikte effizient befrieden und lösen können. Eine Schwächung der WTO ist inakzeptabel. Vorgeschobene Gründe für Handelsbarrieren dürfen keinen Bestand haben. 

Die Einfuhrzölle der USA dürfen keinen Automatismus für die Verhängung von Einfuhrbarrieren der EU begründen. Etwaige Umlenkungseffekte von weltweiten Warenströmen aufgrund der US-Einfuhrbeschränkungen müssen zunächst beobachtet und analysiert werden. 

Auch die Interessen der Stahl verarbeitenden Industrien müssen berücksichtigt werden.“ so WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.

Die von anderen Betroffenen angeregten Safeguard-Maßnahmen würden nicht allein die Produkte betreffen, die aus den USA in die EU geliefert werden, sondern die Lieferungen aus sämtlichen Ländern der Welt. Im Ergebnis würde die EU sich dadurch genauso von der internationalen Versorgung abschneiden wie die USA. Soweit sich Umlenkungseffekte von Warenströmen nach Europa indes tatsächlich ergeben, sind gezielte und WTO-konforme Schutzmaßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Der Abschluss internationaler Handelsabkommen ist der beste Schutz gegen Protektionismus. 

Düsseldorf/Hagen, den 16.03.2018
Download: PM 16.03.2018