Rubrik: Recht
Interview mit Christian Vietmeyer, neuer Leiter des Fachbereichs Recht im WSM.
Herr Vietmeyer, wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Welche Unterstützung können unsere Mitglieder von Ihnen erwarten?
Ich werde zwei Schwerpunkte setzen, nämlich die Unterstützung unserer Mitglieder im Vertragsrecht und die Bearbeitung rechtspolitischer Themen im Interesse unserer Mitglieder. Beim Vertragsrecht geht es im Wesentlichen um alle rechtlichen Fragestellungen in der Lieferkette und weitergehende wirtschaftsrechtliche Themen. Rechtspolitisch geht es vor allem darum, Rechtsentwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene aus Sicht der stahl- und metallverarbeitenden Industrie zu bewerten und zu beeinflussen.
Vor welchen juristischen Herausforderungen stehen die Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung?
Diese Unternehmen sehen sich zwischen marktmächtigen Erzeugern einerseits und nachfragemächtigen Abnehmern andererseits eingeklemmt. Diese Situation hat unmittelbare Auswirkungen auf die Verhandlung und Gestaltung von Verträgen. Gerade langfristige Lieferverträge müssen da nach Möglichkeit juristisch und wirtschaftlich gut austariert sein. Sonst werden die Risiken der unternehmerischen Tätigkeit wirtschaftlich unkalkulierbar. In zunehmendem Maß spielen dabei ausländische und internationale Rechtsordnungen eine Rolle.
An welchen rechtspolitischen Themen arbeiten Sie gerade?
Aktuell steht wegen der beschriebenen Situation das Thema Reform des AGB-Rechts im Fokus. Wir wollen, dass den Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung der notwendige Schutz vor untragbaren Vertragsklauseln erhalten bleibt. Aber auch andere Themen, wie z.B. das Europäische Vertragsrecht und das Bilanzrecht, sind für die Branche enorm wichtig.
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