Die Konjunktur der deutschen Stahl- und Metallverarbeiter bleibt auf Wachstumskurs. Seit Jahresbeginn liegen die Zuwächse bei den Auftragseingängen im zweistelligen Bereich. Im dritten Quartal 2006 nahm das Bestellvolumen gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,1 Prozent zu. Dabei erreichen die Bestellungen aus dem Inland mit einem Plus von 12,7 Prozent inzwischen ein dynamischeres Wachstum als die Auslandsaufträge, die im Quartalsvergleich um 10,8 Prozent gestiegen sind. Das Wachstum des Umsatzvolumens bleibt jedoch weiterhin in Richtung Ausland mit 12,7 Prozent stärker als im Inland (+8,1 Prozent). Insgesamt erreichen die preisbereinigten Umsätze im dritten Quartal 2006 ein Wachstum von 9,5 Prozent. Die Produktion der Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe konnte im Vorjahresvergleich um 6,4 Prozent erhöht werden. Die mehrstufige Produktionskette der Branche bedingt, dass die einzelnen Bereiche bisher unterschiedlich an der allgemeinen Konjunkturbelebung partizipieren, so entwickeln sich die vorgelagerten Produktionsstufen bislang schwächer als nachgelagerte Bereiche. Insgesamt wird für das Jahr 2006 ein Produktionszuwachs von rund 5 Prozent erwartet. Dieses Wachstum dürfte sich im nächsten Jahr, wenn auch etwas abgeschwächt, fortsetzen. Darauf deuten die Auftragseingangsdaten der wichtigen Abnehmerindustrien hin. Der Fahrzeugbau meldet im Pkw-Bereich einen Bestellzuwachs von 2 Prozent im Inland und 6 Prozent im Ausland (jeweils Januar bis Oktober). Der Auftragseingang im Nfz-Sektor wächst sogar noch stärker. Bei schweren Lkw sind im Inland + 19 Prozent und im Ausland + 20 Prozent Bestellzuwachs erzielt worden. Auch der Maschinenbau verzeichnet Auftragszuwächse von 19 Prozent in den ersten drei Quartalen des Jahres. Nicht zuletzt kommt auch die Baukonjunktur in Schwung, hier liegen die Bestellungen knapp 9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für das Jahr 2007 dürfte vor dem Hintergrund dieser Auftragslage der Kunden ein weiteres Wachstum von 2 Prozent in der Stahl- und Metallverarbeitung möglich sein.
Auf die Beschäftigung wirkt sich der Produktionszuwachs bisher noch zögerlich aus. Die Zahl der Beschäftigten stieg in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent auf über 409.523. Die Unternehmen weiten zunächst die Mehrarbeit aus, bevor sie zusätzliches Personal einstellen. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 2,5 Prozent. Die Zurückhaltung beim Beschäftigungsaufbau ist nicht zuletzt als Reaktion auf die Herausforderungen zu sehen, mit denen die Branche sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite konfrontiert ist. Die Konzentration des Stahlmarktes nimmt weiter zu und der Wettbewerb in den Energiemärkten kommt noch nicht in Schwung. Dadurch lastet erheblicher Kostendruck auf den Ergebnissen der Stahl- und Metallverarbeiter sowohl durch volatile Vormaterialpreise als auch weiter steigende Energiepreise. Diese steigenden Kosten in Preiserhöhungen für die eigenen Produkte umzusetzen, fällt angesichts marktmächtiger Großkunden weiterhin schwer. Die Umsetzung des Wachstums in entsprechende Deckungsbeiträge bleibt somit die große Herausforderung der überwiegend kleinen, mittelständischen Betriebe.