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Oktober 2004Zufriedenstellende Konjunktur, hohe Materialpreissteigerungen und Ertrags-rückgänge bestimmen 2004Eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung bestimmte das 1. Halbjahr in der Industrie der Stahl- und Metallverarbeitung. Dies gilt vor allem für die Zulieferbranchen, die von der steigenden Produktion im Fahrzeug- und Maschinenbau und in der Elektroindustrie profitierten. Bescheidener fiel dagegen die Geschäftsentwicklung in den Bereichen aus, die im Wesentlichen der Bau- und Möbelindustrie zuliefern und vom Handel abhängig sind. Für die 2. Hälfte dieses Jahres deuten die weiterhin günstigen Auftragseingänge und die Auswertungsergebnisse der aktuellen Trendbefragungen, aber auch die verbesserten Produktionsprognosen wichtiger Kunden- bzw. Abnehmerbereiche auf ein insgesamt stabiles Produktions- und Beschäftigungsniveau in der Stahl- und Metallverarbeitung im weiteren Verlauf dieses Jahres hin. Mit Sorge verfolgt man seit Jahresbeginn, verstärkt jedoch seit dem 2. Quartal 2004, die unerwartet hohen Preissteigerungen bei den Vormaterialien. Zahlreiche Gespräche mit den Kunden und eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit des WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung und seiner Fachverbände führten dazu, dass Verständnis für notwendige Preisanpassungen geweckt werden konnte. In zahlreichen Fällen gelang es aber vielfach nicht, die Materialkostensteigerungen im erforderlichen Umfang auf die Preise abzuwälzen. Negative Auswirkungen auf die angespannte Ertragslage vieler Branchen in der weitgehend mittelständisch geprägten Industrie der Stahl- und Metallverarbeitung sind somit im Jahre 2004 zu erwarten. Erst die Jahresabschlüsse 2004 werden zeigen, wie sich die Preissteigerungen konkret im Ergebnis der Unternehmen niederschlagen. Nach einem schwachen Konjunkturstart in das Jahr 2004 erholte sich die Geschäftsentwicklung in den meisten Bereichen der Stahl- und Metallverarbeitung schon in der zweiten Hälfte des 1. Quartals. Im 1. Halbjahr 2004 stieg der Umsatz um 9,5 %, preisbereinigt lag er bei + 7,8 %. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der prosperierende Export. Er wies ein Wachstum von 13,5 % auf. Auf den Inlandsmärkten konnte der Umsatz im 1. Halbjahr 2004 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um nominal 8,0 % und um real 6,5 % gesteigert werden. In den einzelnen Erzeugnisbereichen der Stahl- und Metallverarbeitung, wie Vorerzeugnisse, industrielle Dienstleistungen und Enderzeugnisse, sind im ersten Halbjahresvergleich 2004/2003 durchweg positive Umsatzentwicklungen gegeben. Die Hersteller von Vorerzeugnissen, wie z. B. Zieherei- und Kaltwalzerzeugnisse, Massiv- und Blechumformteile, steigerten ihren Umsatz um 11 %. Für die industriellen Dienstleistungen, wie die Oberflächenveredlung, Wärmebehandlung und die Herstellung von Drehteilen ergibt sich eine Umsatzsteigerung von über 10 %. Bei den Enderzeugnissen der Stahl- und Metallverarbeitung - hierzu zählen u.a. Schlösser und Beschläge, Schrauben, Federn und Ketten - war im 1.Halbjahres-vergleich 2004/2003 eine Umsatzsteigerung von + 8 % nominal und + 7 % real gegeben. Die Auswertungen der aktuellen Trendbefragungen zeigen weiterhin eine stabile Geschäftslage mit einer guten Personal- und Kapazitätsauslastung in den Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung. Dies gilt vor allem für die typischen Zulieferindustrien. Die bau- und möbelabhängigen Bereiche, die noch im 1. Halbjahr 2004 Auslastungsprobleme hatten, konnten zwischenzeitlich ihren Umsatz wieder stabilisieren und z.T. erhöhen. Die Geschäftsaussichten für das 2. Halbjahr 2004 werden in der Stahl- und Metallverarbeitung aufgrund der Auswertungen der Trendbefragungen und der nach wie vor günstigen Auftragseingangssituation mit einem Auftragsplus von rd. 17 % in den ersten 6 Monaten dieses Jahres und einem Auftragswert von + 10 % unterschiedlich, jedoch überwiegend positiv beurteilt. Die günstigen Branchendaten spiegeln sich auch in den sich verbessernden Produktionsprognosen wichtiger Kundenindustrien wider. Der Fahrzeugbau erwartet im Jahresvergleich 2004/2003 ein Produktionswachstum von insgesamt 3 %. Bei den Nutzfahrzeugen deuten die bisherigen Daten auf eine Produktionssteigerung von 5 % hin. Der Maschinenbau geht von einem realen Wachstum von 4 bis 5 % aus und die Elektroindustrie hofft, ihre Produktionsprognosen von + 2 % im Jahresvergleich 2004/2003 womöglich übertreffen zu können. Für die Bauindustrie zeichnet sich nach einem schwachen 1. Halbjahr 2004 wieder eine leichte Konjunkturbelebung ab. Auch im Handel gibt es Anzeichen für eine Belebung noch im 2. Halbjahr 2004. Aufgrund der aktuellen Branchendaten und der nach wie vor positiven Produktionsprognosen wichtiger Abnehmer können die Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung im Jahre 2004 gegenüber 2003 mit einem realen Wachstum von 4 bis 5 % rechnen. Seit Beginn, vor allem aber im 3. Quartal 2004, werden die Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung mit unerwartet hohen Materialpreissteigerungen konfrontiert. Für das 4. Quartal 2004 ist mit weiteren Stahlpreiserhöhungen zu rechnen. Von diesen Preiserhöhungen wurden vor allem die Unternehmen betroffen, die kurzfristig, d.h. bei Bedarf oder auf Quartals- oder Halbjahresbasis, Material am Markt ordern und die aufgrund bestehender Lieferverträge Schrott- und Legierungszuschläge zahlen müssen. Die Weitergabe dieser Preiserhöhungen war und ist nach wie vor wegen der bestehenden Jahreskontrakte mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Aufgrund zahlreicher Gespräche und einer gezielten verbandlichen Öffentlichkeitsarbeit des WSM und seiner Fachverbände gelang es, bei den Abnehmern von Stahl- und Metallerzeugnissen, Verständnis für notwendige Preisanpassungen zu erreichen. Neben der preislichen Problematik treten zusätzlich Versorgungsengpässe beim Vormaterial auf, die eine störungsfreie Versorgung der Kunden mit Teilen zunehmend erschwert. Mit einer Entspannung auf den Stahlmärkten ist vorläufig nicht zu rechnen. Auch für das Jahr 2005 sind Anzeichen für eine Beruhigung bisher nicht gegeben. In weiten Bereichen der Stahl- und Metallverarbeitung sind die Erträge unbefriedigend und weisen trotz erheblicher Rationalisierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen in den letzten Jahren eine sinkende Tendenz auf. Da es in diesem Jahr vielfach nicht gelingt, die Materialkostensteigerungen im erforderlichen Umfang auf die Preise abzuwälzen, sind negative Auswirkungen auf die Erträge zu erwarten. Um den steigenden Anforderungen des nationalen und internationalen Wettbewerbs und den sich verschärfenden Anforderungen bei der Kreditvergabe durch die Banken (Basel II) auf Dauer gerecht werden zu können, sind Erlösverbesserungen und damit Ertragssteigerungen unverzichtbar. Nur über kostendeckende Preise kann eine gesunde und leistungsfähige Industrie erhalten und weiterentwickelt werden. |
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