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März 2011Produktion im ersten Quartal 2011 um 19% über Niveau des Vorjahres – 7.000 neue Arbeitsplätze geschaffen – Risiken: Wettbewerbsnachteil durch steigende Energiekosten, volatile Stahlpreise
Nach einem Plus von 18,3% im Jahr 2010, bleibt der Wachstumstrend in der Stahl- und Metallverarbeitung zu Jahresbeginn 2011 intakt. Im ersten Quartal konnte ein weiterer Anstieg um 18,8% verzeichnet werden, damit fehlen nur noch 5% Wachstum zum Niveau des Jahres 2008. Die positive Entwicklung wird überwiegend von der kräftigen Auslandsnachfrage getragen, von der die Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe über ihre exportorientierten Kunden indirekt profitieren. Die industriellen Zulieferer produzieren teilweise wieder auf dem Vorkrisenniveau. Die stärker dem Endkunden zugewandten Hersteller sind weniger konjunkturabhängig. Für sie ist das Jahr 2010 teilweise schlechter gelaufen als das Krisenjahr 2009. Die Auslastung der Produktionskapazitäten lag im 1. Quartal 2011 bei 83,4 Prozent und damit wieder nah am Jahresdurchschnitt 2007 (84,8%). Viele Unternehmen haben im Verlauf des Jahres 2010 bereits wieder kräftig Personal eingestellt, insgesamt erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter um mehr als 10.000 oder gut 3%. Diese erfreuliche Entwicklung setzt sich im 1. Quartal 2011 fort: von Januar bis März sind bereits rund 7.000 neue Stellen geschaffen worden.
Das Stimmungsbarometer der Branche hat im April auf sehr hohem Niveau eine Korrektur nach unten erfahren. Insbesondere die Zukunftserwartungen fallen weniger optimistisch aus als in den Vormonaten. Einerseits ist dies der bereits guten konjunkturellen Lage geschuldet, von der aus eine weitere Steigerung unrealistisch erscheinen mag. Andererseits deuten aber auch die Konjunkturindizes eine Normalisierung des Aufschwungs an. Das Bestellverhalten hat sich den Bedarfen der Kunden und auch den Kapazitäten der Lieferanten angepasst, Dies deuten die nahezu gleichen Wachstumsraten bei Auftragseingängen und Umsätzen an. Für die nächsten Monate rechnen die Umfrageteilnehmer daher mit weniger Dynamik und Euphorie. Vor diesem Hintergrund rücken die Risiken für die Konjunktur wird stärker in den Fokus. Die Kosten steigen kräftig, der Wettbewerbsdruck bleibt erheblich und damit bleiben trotz guter Mengenentwicklungen unter dem Strich häufig keine auskömmlichen Ergebnisse. Darin liegt die größte Herausforderung, der man sich im Jahr 2011 stellen wird. Es kommt jetzt entscheidend darauf an, wie steigende Rohstoffkosten und deren erheblich zunehmende Volatilität in der Lieferkette verteilt werden. Zusätzliche Belastungen aus der Energiepolitik gefährden die Wachstumschancen darüber hinaus. Nicht nur steigende Energiesteuern überfordern die Unternehmen, sondern vor allem der weitere erhebliche Anstieg der Umlage für erneuerbare Energieträger (EEG). An dieser Stelle muss die Politik dringend kurzfristig handeln. Der WSM fordert mit Nachdruck eine deutliche Begrenzung der EEG-Kosten für die Industrie. Die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes leidet akut unter dem zu dynamischen und vor allem zu hoch subventionierten Ausbau der regenerativen Energieträger. Diese Kosten müssen industriepolitisch neu verteilt werden. Mittelfristig dürfte auch der ab 2013 ausgeweitete und verschärfte Emissionsrechtehandel die Branche mittelbar durch weiter steigende Strom- aber möglicherweise auch Vormaterialkosten belasten. Eine Verschärfung des EU-Emissionsminderungsziels von 20% auf 30% bis 2020, wie sie in Brüssel im lauter diskutiert und gefordert wird, würde diese Belastungen noch verstärken.
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