Düsseldorf, März 2006: Die Konjunktur in der WSM-Industrie hat sich im Jahresverlauf 2005 gefestigt. Im Vergleich zu 2004 hat die Produktion insgesamt um 2,6 Prozent zugelegt. Dieses Wachstum verteilt sich unterschiedlich auf die Teilbereiche der Branche. Während der Bereich Industrielle Dienstleistungen mit 5,7 Prozent am stärksten zulegen kann, erzielen Unternehmen, die konsumnahe Endprodukte herstellen lediglich ein Plus von 0,8 Prozent. Der Bereich Vorprodukte/Zulieferindustrie verzeichnet mit 5,2 Prozent dagegen ebenfalls eine deutliche Produktionszunahme. Die WSM-Unternehmen setzten dieses Wachstum in eine Umsatzsteigerung von 8,4 Prozent um und lieferten damit im Jahr 2005 Waren und Dienstleistungen im Wert von 64,6 Mrd. Euro. Der Auslandsumsatz hat dabei um 14,8 Prozent zugenommen, der Inlandsumsatz um 5,8 Prozent. Auch das Liefervolumen hat in Richtung Ausland mit 6,9 Prozent stärker zugenommen als im Inland (+1,1 Prozent). Insgesamt erreichen die preisbereinigten Umsätze 2005 ein Wachstum von 2,8 Prozent und liegen damit erwartungsgemäß auf dem Niveau des Produktionswachstums. Das Auftragseingangsvolumen hat sich im Jahresverlauf 2005 ebenfalls stabilisiert und erreicht insgesamt ein Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zu 2004. Dabei haben die ausländischen Bestellungen bereits wieder das Vorjahresvolumen erreicht. Der inländische Auftragseingang 2005 liegt dagegen mit –3,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In den Monaten November und Dezember 2006 lagen die Inlandsorders allerdings bereits wieder höher als in den Vorjahresmonaten. Der Lagereffekt scheint damit endgültig überwunden zu sein. Dies bestätigt auch der Blick ins aktuelle Jahr.
Die konjunkturelle Belebung in Deutschland beschert den Stahl- und Metallverarbeitern einen kraftvollen Start ins Jahr 2006. Im Januar legt die Produktion im Vergleich zum Januar 2005 um 8,8 Prozent zu. Zwar hatte der Januar 2006 einen Arbeitstag mehr aber auch ohne diesen Effekt steigt die Produktion um beachtliche 4,8 Prozent. Auch die Umsätze entwickeln sich weiterhin erfreulich. Während die Umsatzsteigerung preisbereinigt bei 10,4 Prozent liegt, konnte der nominale Umsatz um 12,3 Prozent gesteigert werden. Die Differenz zwischen preisbereinigten und nominalen Umsätzen hat bereits im Verlauf des letzten Jahres abgenommen und wird 2006 weiter zurückgehen, denn der Effekt der Stahlpreissteigerungen beeinflusst die Statistik immer weniger. Besonders erfreulich ist, dass die Auftragseingänge sich im Januar 2006 weiter stabilisieren. Sie liegen preisbereinigt 9,1 Prozent über dem Niveau vom Januar 2005. Zu dem stabilen Auslandsgeschäft treten verstärkt Bestellvolumina aus dem Inland hinzu. Die Inlandsorders stiegen im Januar sogar knapp stärker (+9,2 Prozent) als die ausländische Nachfrage (+8,9 Prozent). Der verheißungsvolle Start bestätigt die vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erwartende positive Entwicklung in 2006. Die Fahrzeughersteller haben in den ersten beiden Monaten 5 Prozent mehr Nutzfahrzeuge und 4 Prozent mehr PKW und Kombi produziert als im Vergleichszeitraum 2005. Aus dem Maschinenbau werden Rekorde bei den Auftragseingängen gemeldet, so haben sich die Gesamtbestellungen im Januar preisbereinigt um 19 Prozent erhöht, wobei auch hier die inländische Nachfrage (+23 Prozent) die Auslandsbestellungen (+18 Prozent) übertrifft. Auch die Bauindustrie verzeichnet ihren besten Jahresstart seit sieben Jahren. Die Auftragseingänge liegen im Januar um 9,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Diese Meldungen bringen zum Ausdruck, dass die guten Unternehmensergebnisse des vergangenen Jahres jetzt in Investitionen fließen. Der langjährige Investitionsstau wird zumindest teilweise abgebaut. Damit ist allerdings auch zu erwarten, dass sich die Anfangsdynamik im weiteren Jahresverlauf etwas abschwächen wird und moderatere Wachstumsraten erzielt werden. Für die WSM-Industrie bleibt die Wachstumsprognose daher bei 3 Prozent.