WSM-Industrie
Strukturmerkmale
Konjunkturberichte
März 2014
Dezember 2013
September 2013
Juni 2013
April 2013
März 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
März 2011
Dezember 2010
November 2010
Mai 2010
Januar 2010

Januar 2010

Produktion im Krisenjahr 25% unter Niveau des Vorjahres –

Wachstumsimpulse im 1. Quartal 2010 aus dem Ausland

 

Die Produktion der Stahl- und Metallverarbeiter in Deutschland ist im Krisenjahr 2009 um 25 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2009 zurück gegangen. Besonders betroffen waren Unternehmen, die Teile, Komponenten oder Systeme für die Investitionsgüterindustrie herstellen. Deren Geschäft brach durchschnittlich um rund 30 Prozent ein. Dagegen erlitten die konsum- und baunahen Bereiche geringere Rückgänge um 20 bzw. 6 Prozent. Der Tiefpunkt wurde von den meisten Unternehmen in den Monaten März und April 2009 erreicht. Seitdem entwickeln sich die Kennzahlen auf sehr niedrigem Niveau wieder aufwärts. Im ersten Quartal 2010 wird der Vergleich zum Vorjahr dementsprechend positiv ausfallen, bereits im Januar wurde das Niveau des Vorjahres übertroffen. Dieser statistische Basiseffekt wird sich im weiteren Jahresverlauf allerdings deutlich abschwächen. Um die Wachstumsprognose von 3 – 5 Prozent zu erreichen muss daher reales Produktionswachstum hinzukommen. Dieses vollzieht sich derzeit auf den automobilen Auslandsmärkten. Viele Automobilzulieferer berichten derzeit von einer erfreulichen Belebung ihres Geschäfts. Unklar ist allerdings, wie lange dieser Trend anhält. Es wird spekuliert, dass das Wachstum mindestens teilweise auf Lagereffekte zurückgeht. Zum anderen laufen im ersten Halbjahr 2010 mehrere Konjunkturprogramme in wichtigen Auslandsmärkten aus. Vom Maschinenbau gehen bislang noch keine Wachstumsimpulse aus. Die Investitionsneigung der Industrie bleibt absehbar eher schwach ausgeprägt.

 

Die Stahl und Metall verarbeitenden Unternehmen haben im Jahr 2009 ihre personellen Kapazitäten reduziert. Dazu wurden überwiegend die flexiblen Instrumente Kurzarbeit, Abbau von Arbeitszeitkonten und Leiharbeit sowie Nichtverlängerung befristeter Verträge genutzt. Der Abbau der Stammbelegschaft erfolgte überwiegend durch die Nutzung der natürlichen Fluktuation sowie über freiwillige Sozialprogramme. Dies führte zu einer Reduktion der Beschäftigung in der Branche von Januar bis Dezember um 7,1 Prozent. Das entspricht in den Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten knapp 25.000 Arbeitsplätzen. Dazu kommen weitere knapp 10.000 Stellen, die von September bis Dezember 2008 verloren gegangen sind. Eine fortgesetzte Personalanpassung bis zur Jahresmitte 2010 kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden.

.

Ein Risiko für das Wachstum bleibt dessen Finanzierung. Die Unternehmen haben ihre Kosten an das niedrige Geschäftsniveau angepasst und Liquiditätsreserven aus den Beständen gehoben. Die krisenbedingt insgesamt schlechteren Geschäftsaussichten und GuV-, Leistungs- und Ertragskennzahlen werden jetzt tendenziell zu schwächeren Ratings und damit erschwertem Zugang zu Überbrückungskrediten führen. Politik sowie Banken- und Wirtschaftsverbände stehen in regelmäßigem Kontakt, um die Finanzierungssituation der Unternehmen zu überwachen und zu verbessern.